KI und Transparenz

KI-Reden und die Frage nach Transparenz: Warum Unternehmen und Behörden jetzt klare Leitlinien für Künstliche Intelligenz brauchen

Die Diskussion um den thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt zeigt eindrucksvoll, dass die eigentliche Herausforderung beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht die Technologie selbst ist. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie transparent, verantwortungsvoll und nachvollziehbar wird KI eingesetzt?

In den vergangenen Wochen geriet Voigt in die Kritik, nachdem Recherchen nahelegten, dass mehrere politische Reden und Gastbeiträge ganz oder teilweise mithilfe generativer KI erstellt worden sein könnten. Betroffen sein sollen unter anderem eine Rede zum Holocaust-Gedenktag, eine Trauerrede, eine Neujahrsansprache sowie verschiedene Gastbeiträge in Zeitungen. Die Thüringer Staatskanzlei bestätigte grundsätzlich den Einsatz moderner KI-Anwendungen zur Unterstützung bei der Erstellung von Reden und Texten, betonte jedoch zugleich, dass die inhaltliche Verantwortung stets beim Menschen liege. (DIE WELT)

Die Diskussion hat inzwischen bundesweite Aufmerksamkeit erlangt. Selbst Bundestagspräsidentin Julia Klöckner forderte mehr Transparenz und Verantwortungsbewusstsein beim Einsatz von KI in politischen Zusammenhängen. Entscheidend sei nicht mehr die Frage, ob KI genutzt werde, sondern wie mit ihr umgegangen werde. (DIE WELT)

Gemini Generated Image

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Der eigentliche Kern der Debatte

Wer die Berichterstattung verfolgt, erkennt schnell: Die Empörung richtet sich nicht primär gegen den Einsatz von KI.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Erstellung von Reden, Gastbeiträgen oder anderen Texten ist grundsätzlich nicht verboten. Im Gegenteil: In Unternehmen, Behörden, Medienhäusern und Kanzleien gehören KI-gestützte Anwendungen inzwischen vielerorts zum Arbeitsalltag, auch bei uns auch bei hoesmann.legal.

Die eigentliche Debatte dreht sich um etwas anderes: Wie offen wird mit dem Einsatz von KI umgegangen?

Menschen erwarten bei bestimmten Kommunikationsanlässen ein besonderes Maß an Authentizität. Dies gilt insbesondere für Trauerreden, Gedenkveranstaltungen, persönliche Ansprachen oder politische Grundsatzreden. Wird bekannt, dass solche Texte ganz oder teilweise von einer Maschine formuliert wurden, stellt sich für viele nicht zuerst die Rechtsfrage, sondern die Vertrauensfrage.

War der Beitrag tatsächlich Ausdruck persönlicher Überzeugung? Wurde die Rede lediglich sprachlich optimiert oder in wesentlichen Teilen automatisiert erstellt? Und hätte der Einsatz von KI transparent gemacht werden sollen, ja werden müssen?

Gerade in einer Zeit, in der Inhalte immer einfacher automatisiert erzeugt werden können, gewinnt Transparenz zunehmend an Bedeutung.

Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass KI nicht eingesetzt wird. Vertrauen entsteht dadurch, dass ihr Einsatz nachvollziehbar, verantwortungsvoll und offen erfolgt.

Die Debatte um Mario Voigt zeigt daher vor allem eines: Die gesellschaftliche Akzeptanz von KI hängt weniger von technischen Möglichkeiten als von der Frage ab, wie transparent mit diesen Möglichkeiten umgegangen wird.

Die Kritik entzündet sich daher an drei Punkten:

  1. fehlende Transparenz,
  2. fehlende interne Regeln,
  3. die besondere Sensibilität bestimmter Inhalte.

Gerade bei einer Rede zum Holocaust-Gedenken oder einer Trauerrede erwarten viele Menschen eine besonders persönliche, individuelle und menschliche Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Anlass. Selbst wenn ein Text letztlich vom Redner verantwortet wird, stellt sich die Frage, ob und in welchem Umfang KI bei der Erstellung beteiligt war und ob dies kenntlich gemacht werden sollte. (DIE WELT)

Hinzu kommt, dass nach Berichten über interne Leitlinien des Thüringer Digitalministeriums in bestimmten Fällen Hinweise auf die Nutzung generativer KI vorgesehen sein sollen. Genau hier setzte die politische Kritik an. (DIE WELT)

Die Lehre für Unternehmen und Behörden

Wer glaubt, dies sei ein rein politisches Problem, irrt.

Tatsächlich betrifft die Debatte nahezu jede Organisation, Unternehmen und Behörde in Deutschland.

In den vergangenen zwei Jahren haben viele Unternehmen KI-Anwendungen eingeführt. Häufig geschieht dies jedoch ohne klare Vorgaben. Mitarbeiter nutzen ChatGPT, Claude, Gemini oder andere Systeme für:

  • Pressemitteilungen,
  • Marketingtexte,
  • Social-Media-Beiträge,
  • interne Kommunikation,
  • Vertragsentwürfe,
  • Kundenkorrespondenz,
  • Bewerbungsverfahren,
  • Dokumentationen,
  • Berichte und Präsentationen.

Dabei entstehen erhebliche rechtliche und organisatorische Risiken.

Unter anderem stellen sich Fragen wie:

  • Welche Daten dürfen überhaupt in KI-Systeme eingegeben werden?
  • Wie werden Geschäftsgeheimnisse geschützt?
  • Welche Vorgaben ergeben sich aus DSGVO und AI Act?
  • Wer trägt die Verantwortung für fehlerhafte Inhalte?
  • Wann ist eine Kennzeichnung erforderlich?
  • Wie erfolgt eine Qualitätskontrolle?
  • Welche KI-Systeme dürfen Mitarbeiter nutzen?
  • Welche Dokumentationspflichten bestehen?

Die Erfahrung zeigt, dass viele Organisationen diese Fragen bislang nicht ausreichend vielfach sogar gar nicht beantwortet haben.


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Der EU AI Act erhöht den Handlungsdruck

Mit dem europäischen AI Act wird das Thema zusätzlich an Bedeutung gewinnen.

Bereits heute bestehen für bestimmte Anwendungsfälle Transparenzpflichten und organisatorische Anforderungen. In den kommenden Jahren werden weitere Regelungen hinzukommen. Unternehmen und Behörden werden sich zunehmend damit auseinandersetzen müssen, wie KI rechtskonform eingesetzt werden kann.

Wer erst handelt, wenn ein Vorfall öffentlich wird, reagiert zu spät.

Warum interne KI-Richtlinien unverzichtbar werden

Aus meiner Sicht benötigt heute praktisch jede Organisation eine verbindliche KI-Governance.

Dazu gehören insbesondere:

1. Klare Nutzungsrichtlinien

Mitarbeiter müssen wissen,

  • welche Systeme verwendet werden dürfen,
  • welche Daten eingegeben werden dürfen,
  • welche Freigabeprozesse einzuhalten sind.

2. Transparenzregeln

Nicht jede KI-Nutzung muss offengelegt werden.

Es sollte jedoch klar definiert sein,

  • wann eine Kennzeichnung erfolgt,
  • welche Inhalte besonders sensibel sind,
  • welche Kommunikationsformen ausschließlich menschlich erstellt werden sollen.

3. Schulungen

Die meisten Risiken entstehen nicht durch die Technik, sondern durch ihre falsche Anwendung.

Regelmäßige Schulungen sind deshalb unverzichtbar.

4. Dokumentation

Gerade im behördlichen Bereich und in regulierten Branchen kann es erforderlich sein, die Nutzung von KI nachvollziehbar zu dokumentieren.

5. Verantwortlichkeiten

Jede Organisation sollte festlegen, wer Entscheidungen über den Einsatz von KI trifft und wer die rechtliche Kontrolle übernimmt.


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Chancen und Risiken müssen gemeinsam betrachtet werden

Die aktuelle Debatte zeigt auch, wie schnell eine einseitige Betrachtung entstehen kann.

KI ist weder Heilsbringer noch Bedrohung.

Sie ist ein Werkzeug.

Richtig eingesetzt ermöglicht sie erhebliche Effizienzsteigerungen, schnellere Arbeitsprozesse und bessere Informationsaufbereitung.

Falsch eingesetzt kann sie zu:

  • Reputationsschäden,
  • Datenschutzverstößen,
  • Compliance-Problemen,
  • Haftungsrisiken,
  • Vertrauensverlust

führen.

Genau deshalb braucht es einen verantwortungsvollen Umgang.

Warum ich Unternehmen und Behörden in diesem Bereich unterstütze

Das Thema Künstliche Intelligenz bewegt sich an der Schnittstelle von Recht, Kommunikation und praktischer Anwendung.

Genau in diesen Bereichen liegt mein beruflicher Hintergrund. Als Rechtsanwalt beschäftige ich mich seit mehreren Jahren intensiv mit den rechtlichen Auswirkungen von KI-Systemen und den sich ständig weiterentwickelnden regulatorischen Anforderungen. Hierzu durfte ich unter anderem schon in der Vergangenheit mit  dem Fraunhofer-Institut zusammenarbeiten.

Gleichzeitig verfüge ich über umfangreiche praktische Erfahrung in der professionellen Kommunikation. Vor meiner Tätigkeit als Rechtsanwalt war ich insgesamt fünf Jahre in den Kommunikationsabteilungen des Auswärtigen Amtes und der Deutschen Welle tätig. Zudem war ich als freier Journalist für Zeitungen tätig und kenne die Anforderungen öffentlicher Kommunikation aus eigener Erfahrung.

Dadurch kann ich nicht nur die juristischen Risiken bewerten, sondern auch nachvollziehen, wie Kommunikationsprozesse in Unternehmen, Behörden und Medien tatsächlich funktionieren.

Ich unterstütze Unternehmen, Behörden, Verbände und öffentliche Einrichtungen insbesondere bei:

  • der Entwicklung von KI-Richtlinien,
  • der Einführung rechtssicherer KI-Prozesse,
  • der Erstellung von Compliance-Konzepten,
  • Schulungen für Mitarbeiter und Führungskräfte,
  • datenschutzrechtlichen Fragestellungen,
  • urheberrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit KI,
  • Krisenkommunikation nach KI-Vorfällen,
  • der Umsetzung der Anforderungen des AI Act.

Fazit

Der Fall Mario Voigt wird vermutlich nicht die letzte Diskussion über KI-generierte Inhalte im öffentlichen Raum sein. Unabhängig davon, wie die einzelnen Vorwürfe letztlich zu bewerten sind, zeigt die Debatte eines sehr deutlich:

Die Zukunft gehört nicht den Organisationen, die KI ignorieren. Die Zukunft gehört den Organisationen, die KI verantwortungsvoll einsetzen.

Dafür braucht es klare Regeln, Transparenz und rechtliche Sicherheit.

Wer frühzeitig Strukturen schafft, minimiert Risiken und kann die erheblichen Chancen der Technologie nutzen.

Weiterführende Berichte

Sie möchten KI in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Behörde rechtssicher einsetzen?

Ich berate Unternehmen, Verbände und öffentliche Einrichtungen bei der Entwicklung praxistauglicher KI-Richtlinien, Compliance-Strukturen und Schulungskonzepte. Dabei verbinde ich juristische Expertise mit langjähriger Erfahrung in professioneller Kommunikation und Medienarbeit. Kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch.

Anmerkung: Für die Hintergrundrecherche und die weiterführenden Links zu diesem Artikel habe ich chatgpt eingesetzt und auch eine Inhalts- und Stilkontrolle von chatpgt erstellen lassen. Für die im Text stehende Illustrationen habe ich Gemini eingesetzt. Das Beitragsbild ist tatsächlich ein Foto von mir.

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